Durch meinen hier auf der Homepage veröffentlichen Bericht vom 18.05.2019 wurde erstmals die aktuelle Problematik in der Realisierung des Projektes "Stausee Müllenborn" publik, die natürlich bei den involvierten und benannten Personen für reichlich Unmut gesorgt hat.
Dies führte dazu, dass in der Stadtratssitzung am 23.05.2019 unter dem Punkt "Einwohnerfragen" der Ortsvorsteher von Roth (!), Herr Lenzen, sich gemüßigt sah, Fragen zu dem Projekt "Stausee Müllenborn" zu stellen, nicht aber, ohne vorher ein eigenes Statement dahingehend abzugeben, dass er aktuelle Veröffentlichungen in dieser Angelegenheit als Angriff auf den gesamten Stadtrat sehe, diese Wahlpropaganda und unwahr seien. Diese Steilvorlage nahm Stadtbürgermeister Bongartz gerne auf und bezeichnete die Veröffentlichung (es gab bislang nur meinen Bericht) ebenfalls als Angriff auf den Stadtrat und auf seine eigene Person und erklärte, dass alle Darstellungen in der Veröffentlichung unwahr und nichts als Wahlpropaganda seien und man "eigentlich dagegen vorgehen könnte und müsste". Zudem erklärte er, dass er in Mails persönlich angegriffen worden sei (bis zu diesem Zeitpunkt hatte er von mir noch keine Mail bekommen)
Da, wie schon erwähnt, mein Bericht bis zu diesem Zeitpunkt die einzige Veröffentlichung in dieser Angelegenheit war, können sich die Behauptungen von Herrn Lenzen und Herrn Bongartz auch nur auf mich bezogen haben, zumal die Ortsvorsteherin von Müllenborn sich nicht mehr zur Wahl stellt und insoweit auch keine "Wahlpropaganda" mehr betreibt.
Gegen die Darstellung der beiden Herren verwahre ich mich aber aufs Schärfste, da einerseits keine meiner Darstellungen - belegbar - unwahr ist und es sich andererseits mitnichten um Wahlpropaganda handelt (oder kann man das aus irgendeinem Satz meines Berichtes ableiten ?). Aber ich gebe natürlich zu, dass es für den amtierenden Stadtbürgermeister, der sich wieder zur Wahl stellt, sicherlich nicht positiv ist, wenn solche Dinge ruchbar werden.
Ich möchte hier in aller Deutlichkeit klarstellen, dass ich niemanden persönlich angegriffen habe, sondern in aller Sachlichkeit auf die akuten Probleme bei der Realisierung der Maßnahme hingewiesen habe. Wenn sich dann herausstellt, dass diese Probleme durch die Tätigkeit bzw. Nicht-Tätigkeit von Personen verursacht wurden, lässt sich das nicht ändern.
Und dass hier eindeutig Fehler von involvierten Personen gemacht wurden und man mir in keinem Punkt meines Berichtes die Unwahrheit - wie geschehen - unterstellen kann, geht eindeutig aus dem nachstehenden Pressebericht des TV vom heutigen Tag hervor. Vielmehr wird durch die darin zitierten Äusserungen des Stadtbürgermeisters Bongartz zweifelsfrei verdeutlicht, dass die Darstellungen in meinem Bericht alle korrekt sind und der Wahrheit entsprechen - dies durch unabhängige Recherchen belegt, vor allem durch den Hinweis auf die dem TV vorliegende Mail aus dem Büro Reihsner.
Und damit dürfte auch klar sein, wer in der Stadtratssitzung öffentlich die Unwahrheit gesagt hat !
Bernd May
Hier der Pressebericht des TV vom 24.05.2019 (relevante Punkte von mir hervorgehoben):
Es brodelt gewaltig am Müllenborner See
Rund um den Stausee Müllenborn, der derzeit ausgebaggert wird, schlagen die Wellen hoch. Erneut. Der See wird um ein Drittel verkleinert. Foto: TV/Mario Hübner
Gerolstein-Müllenborn Aufruhr im Gerolsteiner Stadtteil: Ortsvorsteherin geht auf die Barrikaden, weil das bei Hitze stinkende Gewässer nur zum Teil ausgebaggert werden sollte. Jetzt kündigt sich doch noch eine zufriedenstellende, aber teurere Lösung an.
Es hätte alles so harmonisch enden und Carola Korell ihre letzten Tage als Ortsvorsteherin genießen und gemütlich ausklingen lassen können: Der Ausbau der Hauptdurchfahrtsstraße (L 24) samt neuer Gehwege und besserer Beleuchtung ist abgesegnet, die Finanzierung steht, das Vorhaben steht kurz vor der Realisierung. Und auch das Herzblut-Projekt, der Umbau des Müllenborner Stausees, der wegen des vielen Schlamms im Sommer immer so stinkt, zum neuen schicken Dorftreff hat nach vielen Jahren des Warten, Planens, Drängens und Immer-Wieder-Erinnerns nun begonnen.
Doch harmonisch ist gerade gar nichts in Müllenborn rund um den See. Vielmehr ist die Ortsvorsteherin auf 180. Mindestens. Denn nachdem die Arbeiten am See begonnen haben, kam der Gemeindearbeiter mit dem Baggerfahrer der beauftragten Firma ins Gespräch. Und beim Plaudern kam dann das Thema auf den Schlamm. Dass das ja viel Zeug sei, wann und wie der denn komplett weggebaggert und entsorgt werde. Und so weiter. Davon, dass er den gesamten Schlamm wegbaggern solle, wisse er nichts. Nur einen Teil, der dann an einen Rand des verkleinerten Seebereichs als Damm/Böschung dienen solle, meinte der Baggerfahrer. Und löste so eine Kette von Spekulationen, Fragen, vielen Telefonaten, Gesprächen und Treffen aus. Denn als diese Information die Ortsvorsteherin erreichte, „bin ich fast aus der Hose gesprungen“, regt sich Carola Korell noch immer tierisch auf. Sie sagt: „Das Ausbaggern des gesamten Schlamms, der ausgast und stinkt und deshalb den See als Treffpunkt unmöglich macht, war stets der Grund dafür, dass wir den Umbau wollten. Wofür wir jahrelang gekämpft haben.“
Sie nahm das Telefon zur Hand, schrieb Mails und kontaktierte: den Stadtbürgermeister, die Gerolsteiner Bauverwaltung, das Planungsbüro Reihsner, den beauftragten Bauunternehmer Backes und, und, und. Und sie nahm Kontakt zu Stadtrats- und Bauausschussmitgliedern auf, weil sie wissen wollte, ob es eine Umplanung gab, wann die vorgenommen worden sei, wer diese veranlasst habe. Doch keiner, so Korell, habe etwas gewusst. „Und vor allem wollte ich wissen: Warum der Ortsbeirat und ich nichts von alledem wussten, sondern das per Zufall erfahren mussten.“
Und genau hier gehen die Aussagen auseinander. Darauf vom TV angesprochen, sagt Stadtbürgermeister Friedhelm Bongartz (CDU) nachdem er inmitten all der Aufregung mit dem Planer und dem Gerolsteiner Bauamtsleiter geredet hat und sich auf den neuesten Stand der Dinge hat bringen lassen: „Es war nicht vorgesehen, weniger zu machen. Es gibt keine andere Beschlusslage als die anfangs ausgedachte. Es gab von niemandem einen Alleingang. Das Becken wird komplett geleert, das Sediment kommt raus, soweit es geht.“ Also alles gut? Planer Sebastian Reihsner will sich auf TV-Anfrage „nicht zu dem Projekt äußern“, sondern verweist auf die Gerolsteiner Bauabteilung. In einer Mail an Ortsvorsteherin Korell, die dem TV vorliegt, bestätigt er aber, dass es eine Umplanung gegeben habe – und widerspricht damit klar der Darstellung des Stadtbürgermeisters. Darin schreibt Reihsner: „Das komplette Ausbaggern wurde aus Kostengründen relativ früh von der SGD und dem Ministerium als nicht förderfähig eingestuft und daher auch nicht ausgeschrieben. Diese Arbeiten hätten zu massiven Überschreitungen des Kostenrahmens geführt.“
Der Stadtbürgermeister räumt ein, dass das Projekt 10 000 bis 15 000 Euro teurer wird, sich die Kosten auf rund 110 000 Euro summieren. Weil nun doch mehr Schlamm rausgeholt werden soll? Diese Frage bleibt ebenso offen wie die, woher das zusätzliche Geld kommen soll.
Auf eine andere Frage – ob sich die Müllenborner Ortsvorsteherin umsonst aufgeregt habe, wenn doch alles so läuft wie von Anfang an geplant – wiederum hat der Stadtbürgermeister eine klare Antwort: „Frau Korell hat sich von der Aussage eines Baggerfahrers verrückt machen lassen und dann sogar deutlich überreagiert. Ich denke, das ist alles schon Wahlpropaganda.“