Durch den TV-Pressebericht „Gerolsteiner Sportler müssen warten“ der vergangenen Woche ist nun klar, dass der Jugendhilfeausschuss des Kreises die Sanierung des Sportheims Jünkerath auf Platz 1 der Prioritätenliste 2015 gesetzt hat.
Der Sprung auf Platz 1 der Prioritätenliste des Kreises konnte für das Jünkerather Vorhaben nur deshalb gelingen, weil hinsichtlich des Umbaus der Sportanlage Gerolstein seit Jahren „der See still ruht“.
Und genau diese Tatsache und die nun in dem Pressebericht angekündigte „Absicht“ des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde „sich schon bald mit dem neuen Stadtbürgermeister zusammen zu setzen und nach Lösungen suchen zu wollen“, macht mich nachdenklich, um nicht zu sagen – wütend.
Denn genau dieser Bürgermeister, der jetzt, wo die Priorität der Förderung für 2015 feststeht, „nach Lösungen suchen will“, hat seit Jahren die Suche nach Lösungen be- bzw. verhindert.
Bereits im Februar 2011, also 5 Monate nach meiner Wahl zum Stadtbürgermeister im Jahre 2010, hatte ich ein Gespräch mit ihm und Vertretern des Sportvereins anberaumt, in dem die Dringlichkeit des Umbaus bzw. der Modernisierung der Sportanlage Gerolstein thematisiert wurde. Aufgrund dieses Gespräches wurde, auch zur Klärung der Finanzierungs- und Zuschussfragen, ein Kostenvoranschlag für die Maßnahme angefordert, der bereits im Mai 2011 vorgelegt und mit den Beteiligten der Verwaltung besprochen wurde.
In diesen Zusammenhang habe ich dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde zudem mündlich und schriftlich meine Auffassung dargelegt, dass ich das im Eigentum der Stadt Gerolstein stehenden Sportplatzgelände als „zentrale Sportanlage“ ansehe, die als originäre Aufgabe in die Trägerschaft der Verbandsgemeinde gehört, die somit für den Bau und die Unterhaltung zuständig wäre. Dies habe ich mit Feststellungen aus einer gutachterlichen Stellungnahme zur „Kommunal- und Verwaltungsreform in Rheinland-Pfalz“ von Prof. Hesse aus dem Jahre 2010 belegt.
(Im Übrigen hat auch der Landrat des Vulkaneifelkreises diese Feststellung auf einer Diskussionsrunde in der Thematik „Fusion VG Obere Kyll/VG Prüm“ in Birgel in einem ähnlichen Zusammenhang bestätigt)
Leider aber hat sich Bürgermeister Pauly des Problems und des dringend notwendigen Umbaus der Sportanlage Gerolstein nie ernsthaft angenommen und seine m. E. geringe Lösungsbereitschaft und –willigkeit in der Angelegenheit immer mit einem sog. „Ringtausch“ aus dem Jahre 1992 begründet, durch den die Eigentumsverhältnisse der „Sportanlage“ und des damaligen „Hauses der Jugend“ zwischen Stadt und Verbandsgemeinde gewechselt haben. Nur – das liegt 20 Jahre zurück und zwischenzeitlich wurde das „Haus der Jugend“ durch die Verbandsgemeinde an eine Privatperson verkauft.
Wie auch dem Vorsitzenden des Sportvereins, den Beigeordneten und dem Stadtrat aus vielen Gesprächen bekannt, habe ich seit 2011 permanent versucht, Wege und Lösungen für den Umbau der maroden (als einer, der seit Jahren das Sportabzeichens in Gerolstein ablegt, weiß ich, wovon ich rede) Sportanlage Gerolstein zu finden.
Aber leider hat der VG-Bürgermeister seit 2011 alle Vorschläge (auch z. B. die Prüfung eines gemeinsamen Projektes „Sporthalle Grund- und Realschule Plus/Sportanlage“), Absprachen, Prüfungsaufträge und Fristen ignoriert.
Und wenn, wie er heute äußert, „noch eine Reihe von Fragen aufgekommen sind, die noch zu klären sind“, dann bestehen diese definitiv seit rd. 3 Jahren und hätten lange durch ihn bzw. die Verwaltung geklärt werden können – wenn er das gewollt und entsprechend beauftragt hätte.
Die Stadt hat mehrfach darauf gedrängt.
Aber augenscheinlich war ihm nicht an einer Klärung gelegen, denn anders ist es nicht zu erklären, dass bis heute – so ja seine jetzige Feststellung – wohl nichts geschehen ist, da ja immer noch Dinge zu klären sind ! Warum ist so viel Zeit verstrichen, ohne dass er in der Suche nach Lösungen tätig gewesen ist ?
In Anbetracht dessen, dass er, wie auch in anderen Sachverhalten, städt. Belange nicht adäquat berücksichtigte bzw. „hängen“ ließ, ist seine jetzige Ankündigung, „sich mit dem neuen Stadtbürgermeister zusammen zu setzen und nach Lösungen zu suchen“ frag- und merkwürdig – aber auch typisch.
Bürgermeister Pauly hatte rd. 3 Jahre lang Zeit, die Lösungsbemühungen der Stadt zu unterstützen, aber hat sich – aus welchen Gründen auch immer - geweigert, intensiv an einem für alle Seiten (Sportverein, Stadt und Verbandsgemeinde) positiven und tragfähigen Konsens mitzuarbeiten. Jetzt bewegt er sich und es ist – aufgrund der bisherigen Erfahrungen - zu vermuten, dass der Auslöser wohl einzig die jetzige TV-Anfrage war.
Leidtragende waren in den letzten Jahren die vielen Nutzer der Sportanlage (u.a. auch Schüler des Gymnasiums, der Grund- und Realschule Plus, des Hubertus-Rader-Förderzentrums, Prüfer und Ableger des Sportabzeichens, die Abteilungen und Trainer des Sportvereins Gerolstein u.v.m.).
Dem Statement von Herrn Wißkirchen kann ich nur beipflichten – auch mir tut es in der Seele weh, dass hier (wieder) durch m. E. persönliche Motive Sachentscheidungen hinausgezögert bzw. verhindert wurden.
Aber diese Art der „Behandlung“ der Stadt Gerolstein bzw. meiner Person in den letzten 4 Jahren (siehe auch Buswartehäuschen „Lissinger Straße“, Quellpavillon, u.a.) durch den Bürgermeister der Verbandsgemeinde war ja bekanntlich kein Einzelfall……
Bernd May