Die unendliche Geschichte „Sporthalle Grund- und Realschule plus“ begann 2012, als die Möglichkeiten für einen Neubau der im Jahre 1963 (!) gebauten und nicht nur zur kleinen, sondern mittlerweile auch ziemlich maroden Halle untersucht wurde. Damals wurden die Kosten für den Neubau einer „Zwei-Feld-Halle“ mit rd. 3,86 Mio € veranschlagt, wobei noch die Kosten für Umnutzung bzw. Rückbau der alten Halle hinzu gerechnet werden mußten.

Anfang 2016 wurde ein Gerolsteiner Architekturbüro mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt. Die diversen Lösungsansätze wurden in 2016/2017 vorgestellt, wobei Verwaltung und kommunale Gremien eine Kostenobergrenze von 2 Mio € unter der Voraussetzung festlegten, dass 1 Mio € Fördermittel fließen. In Gesprächen mit der ADD stellte sich jedoch heraus, dass Fördermittel max. in Höhe von 100.000 € in Aussicht gestellt werden konnten. Daher wurde einer Entwurfsplanung des Gerolsteiner Architekturbüros zugestimmt, die bestehende Halle unter Einbeziehung der Hausmeisterwohnung und der im Untergeschoß gelegenen Gymnasikhalle zu sanieren. Die hierfür von dem Architekturbüro berechneten Kosten lagen bei 850.000 €, in denen „förderungsfähige“ Kosten in Höhe von 250.000 € enthalten waren, für die die Förderung von 100.000 € in Aussicht gestellt wurden. Ende 2017 wurde in einem kommunalen Gremium die weitergeführte Planung nochmals vorgestellt und plötzlich lag die Kostenschätzung nicht mehr bei 850.000 €, sondern bei 1,31 Mio € und zusätzlichen Kosten für eine Lüftungsanlage etc. von rd. 300.000 €. Innerhalb kürzester Zeit waren die „berechneten“ Kosten also von 850.000 € auf rd. 1,6 Mio € gestiegen (!) Hier muss die Frage an das Architekturbüro erlaubt sein, wie es zu dieser exorbitanten Kostenexlosion kommen kann.

Im Rahmen einer Begehung der Halle durch die kommunalen Gremien Anfang 2018 wurde (vielleicht zum ersten Mal ?) den Ratsmitgliedern klar, in welch katastrophalen Zustand sich die Halle wirklich befindet. Klar wurde zudem, dass auch die jetzigen Kostenschätzung definitiv nicht eingehalten werden kann, weil z. B. keine neue Heizung eingeplant ist und auch keine Fragen der Statik (und auch daraus möglicherweise resultierende Kosten) geklärt sind. Zudem würde sich an den Maßen der Halle nichts verändern, so dass nach wie vor zeitgemäßer Schulsport unmöglich ist. Desweiteren könnten Erfordernisse hinsichtlich z. B. Barrierefreiheit, Inklusion etc. keinesfalls erfüllt werden.

 

Daher ist es völlig verständlich und nachvollziehbar, dass sowohl Schulleitung, als auch Schulelternbeirat mehrfach, auch gegenüber Bürgermeister/Beauftragten Pauly, eine neue Halle forderten, die sowohl größen- als auch ausstattungsmäßig einen guten und zeitgemäßen Schulsport zulasse. Gleichwohl hat Herr Pauly diese Wünsche aufgrund der nicht zu erwartenden Zuschüsse, vor allem aber wegen gemachter Zusagen im Rahmen der Fusionsverhandlungen VG Gerolstein/Hillesheim/Obere Kyll permanent ignoriert.

Der Beschlußvorschlag des „Beauftragten Pauly“ für die entscheidende Sitzung des VG-Rat am 10.04.2018 enthielt daher auch die Formulierung, dass sich „der VG-Rat für die Sanierung der vorhandenen Sporthalle an der Grund- und Realschule Plus ausspricht“.

 

Diesem Beschlußvorschlag widersprach vor allem die SPD-Fraktion (durch Georg Linnerth) massiv und machte deutlich, dass man einerseits wegen der zu erwartenden Kosten und Kostensteigerungen für eine „Nur-Sanierung“ und andererseits wegen der dann immer noch bestehenden Unmöglichkeit eines zeitgemäßen Schulsports diesem Beschluß nicht zustimmen werde. Zudem wurden die Bedenken hinsichtlich der Zusagen im Rahmen der Fusionsverhandlungen (im übrigen bekommt Hillesheim eine neue Sporthalle über „andere Wege“) hinterfragt und durch den ehemaligen Stadtbürgermeister B. May wurde der Neubau einer zeitgemäßen „Zwei-Feld-Halle“ und deren Finanzierung im Rahmen eines PPP-Projektes (analog des neuen Kindergartens "Kleine Helden") vorgeschlagen und erklärt. Leider wurde dieser Antrag der SPD-Fraktion (natürlich maßgeblich durch die Mehrheit der CDU) abgelehnt und dem Vorschlag des „Beauftragten Pauly“ zugestimmt.

 

Damit ist der Weg frei für eine wirtschaftlich unsinnige Entscheidung: nämlich eine viel zu kleine und für einen zeitgemäßen Schulsport völlig ungeeignete Sporthalle für mind. 1,6 Mio € (meine Prognose ist, dass dieser Betrag sich massiv erhöhen wird, weil die Heizung noch anzupassen ist, keine statischen Fragen geklärt sind, die üblichen Kostenerhöhungen hinzukommen.......) zu sanieren.

Diese Entscheidung basiert auf dem Vorschlag des Bürgermeisters/Beauftragten Pauly (natürlich gedeckt durch den mehrheitlichen Beschluß des VG-Rates), der damit die Anregungen und Bitten der Schulleitung, des Schulelternbeirates, der Eltern und letztlich auch der SchülerInnen, die nämlich in weiterhin nicht-akzeptablen Verhältnissen Schulsport ausüben müssen, ignoriert.

 

Die gesetzliche Vorgabe, dass Kommunen „wirtschaftlich“ zu agieren haben, ist m.E. hier ad absurdum geführt worden, denn wo bitteschön ist die „Wirtschaftlichkeit“ zu sehen, eine alte, marode und für zeitgemäßen Schulsport nicht mehr geeignete Halle für mind. 1,6 Mio € zu sanieren, anstatt eine neue, zeitgemäße „Zwei-Feld-Halle“ für ca. 3-3,2 Mio € (hierfür gibt es aktuelle Beispiele) zu bauen und evtl. noch im Rahmen eines PPP-Projektes zu finanzieren ?

 

 

Bernd May